Mehrtägige Hüttentour mit Breithorn-Begehung (4.160m)
Alex und ich machen die Hüttentour rund um Zermatt, einige der Behausungen hatten wir für diese Tour bereits im Vorfeld ausersehen. Der Höhenweg scheint einzig und allein dazu angelegt worden, dem grandiosesten aller Gipfel demütig huldigen zu können: dem Matterhorn. Der Pfad bietet dauerhaft phantastische Panoramen und wechselnde Perspektiven auf dieses fulminant-ästhetische Meisterwerk natürlicher Baukunst.

Die Mutter aller Hörner: das Matterhorn ganz nah
Auf recht hohem Niveau, sich überwiegend zwischen 2.000 und 3.000 Metern um Zermatt herumschlängelnd, sind an dieser Perlenkette gemütliche und gut beköstigende Refugien mit Übernachtungsmöglichkeiten wie an einer Perlenkette aufgereiht. Wir steigen nach einem amtlichen, an Schweizer Charakter nicht zu überbietenden Frühstück in Zermatt direkt aus der Ortsmitte (Post) über die bereits exponiert gelegenen Wirtshäuser „Edelweiss“ und „Berggasthaus Trift“ auf, kosten den erstmals erhaschten Anblick des Matterhorns auf einer langen Höhenwegspassage weidlich aus
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Hier gibt es den Gipfel der Genüsse zugleich in felsiger und fluider Ausprägung (siehe Foto), beste abendliche 3-Gänge-Küche, schottischen Whisky als Gute-Nacht-Trunk, eine unruhige Nacht und beim Freund erste blasenhafte Anzeichen an den Füßen.
Der zweite Tag sieht die Hörnlihütte zu Füßen des Matterhorns vor. Nach abwechslungsreichen Passagen ein recht steiler Aufstieg zur Hütte mit sagenhaftem Weit- und Tiefblick über danieder liegende Täler, endlose Gletscher und eine unvergleichliche Aneinanderreihung überragender Gipfel. Anschließend der Abstieg Richtung Gandegghütte, die wir aber – dem Zeitplan und Alex´ Blasenmalaise gehorchend – nicht mehr erreichen. Statt dessen quartieren wir uns im Schwarzsee-Hotel ein, halten dort einen ausgiebigen Schwatz mit einem Schweizer Bergsteigerpaar und freuen uns auf den vor uns liegenden Tag. Am nächsten Morgen zünden wir erstmal die Matterhorn´sche Räucherkerze an und lassen sie ´ne Weile glimmen.
Dann brechen wir zum Breithorn (4.160 m) auf, das mit der richtigen Ausrüstung simpel zu erobern ist, gleichwohl eine grandiose, neue Perpektive auf die erhabene Umgebung bietet: Pollux, Castor, Liskamm und Monte Rosa hier, die Hörnerorgie (Obergabel-, Rot-, …, -horn) da – wie vielen Gipfeln hier die Hörner aufgesetzt wurden, scheint unklar. Ganz zu schweigen von der Urheberin…
Anschließend – es geht Richtung Riffelberg – ist es auch vorbei mit der wilden Romantik. Dem erhabenen Matterhorn und seinen Gipfelkollegen allein verdanken wir die Aufrechterhaltung des beseelten Gefühls. Ansonsten finden wir nun Liftanlagen, die urbanisierten, dem winterlichen Skizirkus unterworfenen Felsareale und dann und wann auch regelrechte Touri-Zusammenballungen in besorgniserregender Weise. Tiefpunkt am letzten Tag rund um den Gornergrat die mit der Gornergratbahn heraufgekarrten Kollektive vorrangig japanisch sprechender Reisegruppen. Wir machen, dass wir wegkommen, wenden uns gegen Monte Rosa, Liskamm und Gornergletscher und saugen die letzten Züge hochalpinen, freien Sauerstoffs ein, bevor wir nahe Sunnega den Kreis um Zermatt schließen. Inmitten berauschenden Gebirges eine herrliche Hüttentour auf schönem Höhenweg - solange man nordöstlich des Matterhorns oder in den Gletschern oder zumindest oberhalb 3.000 Metern ü.M. bleibt.